Seite 32-33 - Inside out 4/2014

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Welchen Rahmen müssen Hochschulen ge-
stalten, um bei einer heterogenen Studieren-
denschaft dem Einzelnen einen bestmöglichen
Studienerfolg zu ermöglichen? Svenja Schulze,
Ministerin für Innovation, Wissenschaft und For-
schung des Landes Nordrhein-Westfalen, er-
hielt bei ihremBesuch amCampus Deutz einen
Eindruck von den Aktivitäten an der Fachhoch-
schule Köln.
Wie sich die Lehr- und Lernkultur an der Fach-
hochschule Köln konkret verändert, konnte die
Wissenschaftsministerin an drei Beispielen ken-
nenlernen: Tutorenqualifikation, Lehrformate
und Lehrendencoaching. Wie sich Studie-
rende zum Beispiel Kenntnisse in derWerkstoff-
kunde eigenverantwortlich aneignen, zeigt das
Format „Inverted Classroom”, das Prof. Dr. Mar-
tin Bonnet vom Institut für Werkstoffanwen-
dung entwickelt hat. Screencasts, Skripte und
Lernvideos ersetzen die Vorlesung; Fachtuto-
ren und ein Online-Forum begleiten den Lern-
prozess. Das Format wurde mit dem Lehrpreis
der Fachhochschule Köln 2013 ausgezeichnet
und ist auch ein Baustein im Programm„Come
in – Commit”, das die Hochschule mit finanzi-
eller Unterstützung des Wissenschaftsministe-
riums in den nächsten vier Jahren umsetzen
wird. 1,25 Millionen Euro stellt das Ministerium
hierfür bereit.
„Ein erfolgreiches Studium muss zur Visiten-
karte der Hochschulen werden. Dazu gehören
auch eine gute Betreuung und die Förderung
von Studieninteressierten und Studierenden”,
sagte Svenja Schulze bei ihrem Besuch, der Teil
ihrer Hochschultour„Erfolgreich Studieren”war.
„Mit dem Projekt ProfiL² ist die Fachhochschule
Gute Lehre – hohe Zufriedenheit
Wissenschaftsministerin Svenja Schulze zu Gast am Campus Deutz
Foto: Thilo Schmülgen, FH Köln
Studium
Design an der Fachhochschule Köln
Berufliche Stationen (u. a.)
- freiberufliche Screen-Designerin
- Art Directorin, Codes Communications
GmbH
- Leiterin der Abteilung Design und Internet,
Codes Communications and Design GmbH
- Unitleitung für den Bereich Web- und Media-
Creativity, Heaven21 AG, Köln
- Geschäftsführerin der Agentur russiDesign
- Dozentin für Online-Medien undWebdesign,
Fachhochschule Köln
Als Kind wollte ich
Designerin oder Ärztin wer-
den.
Als Studentin war ich
sehr engagiert und über
ein Stipendium im Ausland.
Multimediadesign begeistert mich,
weil man
mit Gestaltung etwas bewegen kann: eine Bot-
schaft kommunizieren, Orientierung geben
und Ziele erreichen.
Den Studierenden möchte ich
die Begeiste-
rung mitgeben für strukturelle Anwendungs-
und Bewertungskriterien; sie zu entwickeln und
zu wahren, um gute Gestaltung zu erkennen,
anzuwenden und etwas Neues zu kreieren.
Als Ausgleich zur geistigen Arbeit
brauche
ich
Sport, Natur, Reisen, meine Freunde und
Familie.
Das letzte gute Buch, das ich gelesen habe,
ist
Kafka am Strand
von Haruki Murakami.
Mein Lieblingsplatz in Köln
ist am Rhein und
am Decksteiner Weiher in der Natur.
Prof. Nicole Russi (42)
Fakultät für Medien-, Energie- und
Elektrotechnik
Lehr-/Forschungsgebiet: Multimediadesign
Studium
Design an der Fachhochschule Köln
Berufliche Stationen (u. a.)
- Ausbildung zum Schreiner
- Meisterschüler bei Professor Jan Dibbets
- freischaffender Künstler
- Professor i. V. für Grundlagen des Entwerfens,
Raum und Farbgestaltung, FH Lippe & Höxter,
Detmold (heute Hochschule Ostwestfalen-
Lippe)
- Lehrbeauftragter für Konstruktion und Ent-
wurf, Fachhochschule Köln
Als Kind wollte ich
Bauer werden und Eier
pflanzen.
Als Student war ich
intensiv interessiert, mal
abschweifend, aber nie an der Sache zweifelnd.
Entwerfen in der Architektur begeistert mich,
weil es alle Bereiche des Lebens maßgeblich
prägt. Die Möglichkeiten zur Beantwortung
von Fragestellungen im Detail sind vielfältig,
wenn nicht unendlich.
Den Studierenden möchte ich mitgeben
kri-
tikfähig zu werden.
Als Ausgleich zur geistigen Arbeit
muss ich
sehen (Reisen).
Das letzte gute Buch, das ich gelesen habe,
ist
Kunst – Lehre
von Paul Klee.
Auf meinem morgendlichen Weg zur Hoch-
schule
bereite ich mich auf die Zusammenar-
beit mit den Studierenden vor.
Der Campus Deutz
muss erst Campus werden
und das im besten Sinne!
Mein Lieblingsplatz in Köln
ist der Georgsplatz
und natürlich St. Georg selbst.
Prof. Nikolaus Bienefeld (56)
Fakultät für Architektur
Lehr-/Forschungsgebiet: Entwerfen
Köln Vorreiter, wenn es um gute Lehre und ein
erfolgreiches Studium geht.”
Hochschulpräsident Prof. Dr.-Ing. Christoph
Seeßelberg freute sich über die Möglichkeit, der
Wissenschaftsministerin vor Ort zeigen zu kön-
nen, wie die Konzepte in der Praxis umgesetzt
werden: „Die Fachhochschule Köln hat sich in
den vergangenen Jahrenmit ihrem Programm
zurWeiterentwicklung der Lehre einen Namen
gemacht und strebt auch weiter nach Exzellenz
in der Lehre. Davon zeugen zum einen die Aus-
zeichnungen und damit verbundenen Förde-
rungen, die die Hochschule für ihre Konzepte
erhalten hat, zum anderen aber auch die hohe
Studierendenzufriedenheit trotz deutlich ge-
stiegener Studierendenzahlen.”
Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (re.) im
Gespräch mit Studierenden (v. l.): Ada Birk (Senats-
mitglied), Nadja Puschke (Tutorenqualifizierungspro-
gramm), Sebastian Hecht (Flipped Classroom), Kim
Seemann (Flipped Classroom), Phillip Beyer (AStA-
Vorstand), Julian Eller (Flipped Classroom)
Hochschule beruft neue Kuratoriumsmitglieder
Die Fachhochschule Köln hat acht Persönlich-
keiten des öffentlichen Lebens neu in ihr Kura-
torium berufen, vier Frauen und vier Männer.
Auf der konstituierenden Sitzung Ende Oktober,
trafen sich die insgesamt 26 Mitglieder erstma-
lig in der neuen Zusammensetzung.
„Wir sind stolz, dass wir diese Persönlichkeiten
als ehrenamtliche Beraterinnen und Multiplika-
toren für die Fachhochschule Köln gewinnen
konnten. Ihre Expertise und ihre Vernetzung
stärkt die Hochschule in ihrem Ziel, sich noch
stärker als wissenschaftlicher Partner vonWirt-
schaft und Gesellschaft für die regionale Ent-
wicklung zu engagieren. Ich freue mich sehr auf
die Zusammenarbeit“, so Präsident Prof. Dr.-Ing.
Christoph Seeßelberg.
Dem Kuratoriumgehören Persönlichkeiten des
öffentlichen Lebens, Vertreter der regionalen
Wirtschaft sowie von Vereinen, Verbänden und
kulturell-gesellschaftlichen Organisationen der
Region an. Als Beraterinnen und Berater tragen
die Mitglieder dazu bei, die Belange der Hoch-
schule in die Öffentlichkeit zu bringen und sie
bei Vorhaben in der städtischen und regiona-
len Entwicklung zu unterstützen. Die Mitglied-
schaft beträgt fünf Jahre und ist an das berufli-
che Amt gebunden.
Die neuen Kuratoriumsmitglieder sind: Rai-
ner Brune, Vorstandsvorsitzender der Ro-
land Rechtsschutz-Versicherungs-AG; Norbert
Graefrath, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirek-
tor der RheinEnergie AG; Katharina Hamma,
Geschäftsführerin der Kölnmesse GmbH; Jost
Hermanns, Geschäftsführer der NetCologne
Gesellschaft für Telekommunikation mbH; Mo-
nika Lichtinghagen-Wirths, Geschäftsführerin
des Bergischen Abfallwirtschaftsverbands; Dr.
Sandra von Möller, Geschäftsführerin der BÄRO
GmbH & Co. KG; Jürgen Nisius, Geschäftsführer
des Ingenieurbüros Grobecker GmbH; Christi-
aneWeigand, Vorstandsmitglied der Sparkasse
KölnBonn.
Studium
Neuere Fremdsprachen und Wirt-
schaft an der Justus-Liebig Universität Gießen
Promotion
an der Justus-Liebig Universität
Gießen
Berufliche Stationen (u. a.)
- Lehrbeauftragte, Wissenschaftliche Mitarbei-
terin und Studienrätin am Lehrstuhl für eng-
lische Sprachwissenschaften der Justus-Liebig
Universität Gießen
- Visiting Assistant Professor an der University
of Wisconsin, USA
- Gründungsmitglied von LiNe (Linguistics
Network) im Deutschen Anglistenverband
Als Kind wollte ich
Tierärztin werden. Ich bin
in idyllischer, fränkischer Stadtrandlage aufge-
wachsen, wir hatten einen Hund, zwei Katzen,
diverse Hasen und den ein oder anderen Gold-
fisch. Da sich aber in der Grundschule heraus-
stellte, dass ich kein Blut sehen konnte, wurde
ich dann doch Sprachwissenschaftlerin und
lebe heute tierlos in der Kölner Innenstadt.
Als Studentin war ich
bereits am internatio-
nalen Austausch interessiert und engagiertes
Mitglied einer europäischen Studentenorgani-
sation. Ich durfte dank zweier Stipendien Aus-
landssemester in Schottland und Mexiko ab-
solvieren, die mich bereits in jungen Jahren
persönlich und fachlich sehr bereichert haben.
Angewandte englische Sprachwissenschaft
begeistert mich,
weil Sprache nicht nur aus
strukturellen Wort- und Grammatikelemen-
ten besteht, sondern Ausdruck von Kultur, His-
torie, Politik und internationalem Verständnis
ist. Sprache und Wissen über Kommunikation
überwinden fachliche und nationale Grenzen.
Den Studierenden mitgeben möchte ich
auch Erfahrungen und Soft Skills, die ihnen hel-
fen, das Beste aus ihrem Studium zu machen
und dass sie die Chancen, die ihnen die hervor-
ragende Ausbildung bietet, nutzen.
Auf meinem morgendlichen Weg zur Hoch-
schule
beginnt der Tag zunächst mit Kaffee
und KVB und führt mich dann in mein Büro
mit Domblick amUbierring – für mich einer der
wohl schönsten Arbeitsplätze in Köln.
Mein Lieblingsplatz in Köln
ist im grauen
November die gemütliche Sofaecke im
Salon Schmitz auf der Aachener Straße.
Prof. Dr. phil. Christiane Brand (39)
Fakultät für Informations- und Kommunika-
tionswissenschaften
Lehr-/Forschungsgebiet: Angewandte engli-
sche Sprachwissenschaft