Seite 34-35 - Inside out 4/2014

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Der Präsident der Fachhochschule Köln
Redaktion
Referat Kommunikation und Marketing
Sybille Fuhrmann (Leitung, sf ), Monika Probst (mp)
Gestaltung und Grafik
Monika Probst
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kompensiert
Id-Nr. 1443219
www.bvdm-online.de
... bei Dr. Heiko Knospe. Der Mathematik-Professor
führt seit Jahren Eingangstests für die Erstsemester
der Bachelorstudiengänge Elektrotechnik und Techni-
sche Informatik durch. Wegen der konstant schlechten
Ergebnisse hat er sich an der Entwicklung des Online
Mathematik Brückenkurs plus (OMB+) beteiligt, einem
Zusammenschluss von bundesweit elf Hochschulen.
Mit OMB+ können Studierende ihr Schulwissen auffri-
schen und sind anschließend gut vorbereitet auf das
weitere Hochschulstudium. OMB+ soll die vorhande-
nen Präsenzkurse aber nicht ersetzen. Der persönli-
che Kontakt zwischen Dozenten und Studierenden ist
Heiko Knospe weiterhin wichtig.
Wie schneiden Ihre Studenten beim Ein-
gangstest für gewöhnlich ab?
Heiko Knospe:
Nur eine Minderheit kannmehr
als die Hälfte der Aufgaben des Eingangstests
richtig lösen. Probleme gibt es insbesondere
beimUmgangmit Termen, bei der Lösung von
Gleichungen und bei den Eigenschaften ele-
mentarer Funktionen. Aber auchmit Geometrie
undVektorrechnung. Häufig fehlt insbesondere
die Übung. Viele Verfahren und Zusammen-
hänge sind zwar grundsätzlich noch bekannt,
aber bei konkreten Aufgaben können sie nicht
oder nur fehlerhaft angewendet werden.
Der Eingangstest wurde vom NRW-Arbeits-
kreis Ingenieurmathematik entwickelt, dem
Sie angehören. Decken sich die Lücken mit
den Ergebnissen der anderen Hochschulen,
die den Test benutzen?
Heiko Knospe:
Die Ergebnisse des Eingangs-
tests sind bei fast allen beteiligten Hochschu-
len und Studiengängen in NRW ähnlich und
auch im Jahresvergleich relativ stabil. Auch viele
große Universitäten in Deutschland stellen Ma-
thematikdefizite fest; beinahe überall gibt es
deshalb Unterstützungsangebote wie Vorkurse,
Brückenkurse und Grundlagen-Tutorien. Es gab
daher kaumProbleme, sich hochschulübergrei-
fend über die Inhalte für OMB+ zu verständigen.
Woran liegt Ihrer Meinung nach das rückläu-
fige Mathematikniveau?
Heiko Knospe:
Dazu gibt es unterschiedliche
Auffassungen. Man kann aber feststellen, dass
Foto: privat
die Ziele des Matheunterrichts an Schulen und
die Erwartungen der Hochschulen voneinander
abweichen. Aus Sicht vieler Hochschulvertreter
kommen vor allemdie symbolischen, formalen
und technischen Elemente der Mathematik in
der Schule zu kurz. Ich würde mir auch mehr
Zeit zur Wiederholung und Übung wünschen.
Für OMB+ hat jede der elf beteiligten Hoch-
schulen ein Kapitel beigesteuert.Welches ha-
ben Sie entwickelt?
Heiko Knospe:
Wir haben das Kapitel Integral-
rechnung entwickelt. Es ist ein Beispiel für ein
echtes Brückenthema, da die Integralrechnung
üblicherweise im ersten oder zweiten Semes-
ter ausführlicher behandelt wird. Viel Arbeit er-
forderten die umfangreichen Übungs-, Quiz-
und Trainingsaufgaben und die dynamische
Erzeugung neuer und sinnvoller Parameter für
die Aufgaben. Jedes Kapitel hat eine intensive
und hochschulübergreifende Qualitätssiche-
rung durchlaufen. Neben der Erstellung unse-
res Kapitels waren wir auch an der Überprüfung
von zwei weiteren Kapiteln beteiligt.
Die Inhalte auf OMB+ reichen von elemen-
taren Rechenverfahren über Gleichungs-
systeme, Vektorgeometrie bis hin zur Diffe-
rential- und Integralrechnung. Für welche
Studiengänge braucht man diese Kennt-
nisse?
Heiko Knospe:
Mathematische Methoden
kommen heute in vielen Fächern zum Ein-
satz. Und sie werden übrigens trotz der heu-
+++ Charta Familie in der Hoch-
schule +++
Drei Kölner Hochschulen haben ihr Engage-
ment für die Vereinbarkeit von Familie mit
Studium oder Beruf bekräftigt. Die Universi-
tät zu Köln, die Deutsche Sporthochschule
Köln und die Fachhochschule Köln unter-
zeichneten die Charta
Familie in der Hoch-
schule
. Insgesamt 46 Hochschulen und
wissenschaftliche Einrichtungen aus ganz
Deutschland erkennen durch dieses Doku-
ment verbindliche Standards für die Verein-
barkeit von Familienaufgaben mit Studium,
Lehre, Forschung und wissenschaftsunter-
stützenden Tätigkeiten an. Die Fachhoch-
schule Köln durchläuft seit 2011 das Audit
Familiengerechte Hochschule
der Hertie-
Stiftung und lässt sich regelmäßig zertifizie-
ren.
Der Beitritt zur Charta ‚ Familie in der
Hochschule’ ist ein weiterer Schritt, um ein
guter und attraktiver Arbeitgeber für unsere
1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu
sein und unseren Studierenden bestmögli-
che Bedingungen für ein erfolgreiches Stu-
dium zu bieten
, sagt Prof. Dr. Rüdiger Küchler,
Vizepräsident für fürWirtschafts- und Personal-
verwaltung.
Indem wir unsere Maßnahmen
weiter ausbauen rücken nun auch Programme
zur Pflege von Familiengehörigen verstärkt in
unseren Fokus.
Durch den Beitritt verpflich-
ten sich die teilnehmenden Institutionen unter
anderem dazu, Studierende mit Familienauf-
gaben bei der Studien- sowie Prüfungsorga-
nisation zu unterstützen und individuelle Lö-
sungswege zu finden. Familienfreundliche
Arbeitsbedingungen sollen wissenschaftliche
Karrieren, die berufliche Weiterentwicklung
und den Wiedereinstieg nach Familienzeiten
unterstützen.
+++ Berufsbegleitender Master
Versicherungsrecht +++
Zum Sommersemester 2015 bietet die Hoch-
schule in Kooperation mit der Universität Lime-
rick (Irland) erstmals den berufsbegleitenden
weiterbildenden Masterstudiengang Versi-
cherungsrecht an. Der kostenpflichtige dreise-
mestrige Masterstudiengang schließt mit dem
Master of Law (LL.M.) in Versicherungsrecht
ab. Gleichzeitig erwerben die Absolventin-
nen und Absolventen die theoretischen
Kenntnisse des „Fachanwalts für Versiche-
rungsrecht“. Mit einem Modul an der Uni-
versity of Limerick besteht der Studiengang
aus insgesamt zehn Modulen plus Master-
thesis. Drei dreitägige Blockveranstaltungen
pro Semester werden durch Onlinephasen
ergänzt. Die Zielgruppe sind Absolventin-
nen und Absolventen der Rechtswissen-
schaften, der Betriebswirtschaftslehre oder
verwandter Fächer mit einem erkennbaren
rechtlichen bzw. versicherungsrechtlichen
Schwerpunkt und hinreichenden rechtswis-
senschaftlichen Kenntnissen. Bewerbungen
für den Masterstudiengang sind seit 1. De-
zember 2014 möglich, die Frist endet am 1.
März 2015. Die Leitung des Masterstudien-
gangs Versicherungsrecht liegt beim Insti-
tut für Versicherungswesen der Fakultät für
Wirtschafts- und Rechtswissenschaften. Wei-
tere Informationen unter www.fh-koeln.de/
weiterbildung.
tigen Computer-Unterstützung benötigt. Die
Rechnersysteme ermöglichen den Einsatz an-
spruchsvoller mathematischer Verfahren, zum
Beispiel bei der Lösung von Optimierungs-
problemen, der numerischen Simulation oder
beim Data Mining. Nach meiner Erfahrung
wünschen sich die Dozenten für die Anwen-
dungsfächer mehr mathematische Inhalte in
den Grundlagenvorlesungen. Themen aus der
Algebra oder Zahlentheorie, die früher reine
Theorie waren, haben heute praktische Anwen-
dungen in der Informations- und Kommunika-
tionstechnik. Wir sollten deshalb in den Lehr-
veranstaltungen nicht zu viel Zeit mit Inhalten
verbringen, die besser in der Schule oder in Brü-
ckenkursen behandelt werden können.
Interview: Monika Probst
OMB+
Elf Universitäten und Fachhochschulen
haben gemeinsam OMB+ entwickelt,
mit dem Erstsemester ihre Schulkennt-
nisse von Mengenlehre bis Vektorgeo-
metrie auffrischen können. Das Angebot
steht allen Studierenden und Beschäf-
tigten der Fachhochschule Köln offen.
Der Login ist nach einmaliger Regist-
rierung möglich. Neben Erklärungen,
Übungsaufgaben, Quiz und Prüfungen
gibt es auch ein Forum, das von Tutoren
gepflegt wird, sowie eine Hotline, die
sieben Tage dieWoche zu erreichen ist.
www.ombplus.de/?org=fhkl
Wem die Informationsflut in den Einführungs-
wochen zuviel war, kann die Hochschulbib-
liothek jetzt auch auf einer Audiotour entde-
cken – zumindest die Bibliothek am Campus
Südstadt. 13 Stationen führen durch die drei
Stockwerke des Gebäudes. Man kann sie wahl-
weise der Reihe nach vom Eingang bis unters
Dach oder nach persönlichem Bedarf ansteu-
ern – Schilder weisen die jeweiligen Stationen
aus. Alles, was man dazu braucht ist ein Smart-
phone oder einen MP3-Player. Über QR-Codes
werden die Audiofiles angesteuert oder über
die Internetseite der Bibliothek herunterge-
laden. MP3-Player und Kopfhörer erhält man
auch an der Ausleihe.
Der Audioguide bietet nicht nur eine Orien-
tierung über die Räume, den Bestand und die
Serviceangebote, sondern erklärt auch, wie
man beispielsweise außerhalb der Servicezei-
ten Bücher ausleihen und zurückgeben kann
oder welche Logindaten für die verschiede-
nen Rechner nötig sind. Welcher Unterschied
besteht zwischen Fach- und Lehrbüchern, was
sind Präsenzexemplare, wo stehen die Zeit-
schriften und welche Mitarbeiter können bei
der Literaturrecherche weiterhelfen? 30 Minu-
ten dauert die Tour. Neben den allgemeinen
Informationen gibt es auch Kapitel zu den An-
geboten für Studierende mit Behinderungen
oder mit Kind.
Bei der Realisierung der Audiotour haben die
Mitarbeiterinnen undMitarbeiter der Bibliothek
auch als Sprecher fungiert. Aufgenommen wur-
den die Kapitel von Claudia Linke im Tonstu-
dio des Instituts für Medien- und Phototechnik.
Audiotour durch die Bibliothek
Was ist eine Lehrbuchsammlung, wo sind die Kopierer und Ar-
beitsräume? Eine erste Orientierung in der Bibliothek am Campus
Südstadt bietet die neue Audiotour
Eine Version des Audioguides für die Bibliothek
am Campus Deutz ist für 2015 geplant.
mp
www.bibl.fh-koeln.de